Schlaue Strategie der Russen?

http://www.globalresearch.ca/washington-asks-moscow-please-do-not-to-bomb-american-troops-operating-on-the-ground-in-northern-syria/5509226

Russland hat einen Waffenstillstand in Syrien auf den 27. Feb. vorgeschlagen, der mit einigen Bedingungen verknüpft ist: U.a. dass die USA und ihre Verbündeten angeben, wo und wer zu den guten Rebellen gehört, die mit eintreten des Waffenstillstandes nicht mehr bombardiert werden. Denn die übrigen Kämpfer gegen die Assad-Regierung dürfen nach Text der ausgearbeiteten Waffenstillstandsvereinbarung und auch der UN Resolution zum Syrienkonflikt weiter bekämpft werden.

Vorteile:

  1. Vorteil: Die USA muss den Russen genau bekannt geben, wo sie ihre Kämpfer hat oder aber sie riskieren, dass diese weiterhin bekämpft werden und dadurch die „moderaten“ Rebellen noch weiter geschwächt werden.
  2. Vorteil: Russland kann so mit aller Berechtigung alle jene Gruppen bekämpfen, die sich nicht an den Waffenstillstand halten. Sind es Gruppen, die von der USA und Co. unterstützt werden, dann kann Moskau das offenlegen und hat nun alle Berechtigung, diese Gruppen als „Terroristen“ zu bekämpfen.
  3. Vorteil: Russland tritt auf der Weltbühne als vermittelnde und gemässigte Instanz auf, die obwohl auf der Siegerstrasse nicht den bedingungslosen Sieg sucht. (der übrigens gegenüber dem IS allein mit Luftschlägen  nicht gelingen kann. Und auch der Kampf von Assads Bodentruppen dürfte noch jahrelang weitergehen, wenn IS auf Guerillataktiken zurückgreifen würde.)
  4.  Vorteil: Noch läuft die grosse Übung (North Thunder?) Saudiarabiens mit Verbündeten aus den arabischen Staaten. Danach wäre bereits militärischen Material in Saudiarabien, dass dann in Richtung Syrien einsatzbereit wäre, ohne noch lange Aufrüsten zu müssen. (hat die Wahl des Termin des Waffenstillstandes auch damit zu tun, dass die Übung Ende Februar zu Ende geht? Die moderaten Rebellen würden dann nicht mehr kämpfen und SA und Türkei hätten Schwierigkeiten, einen Militäreinsatz auf der Rebellenseite zu rechtfertigen. Würden sie auf IS Seite eingreifen, dann wären sie leicht als Terorunterstützer zu brandmarken.)

Nachteile:

Die momentane Situation am Boden würde soweit festgeschrieben und die Rebellenseite hätte Zeit, sich neu zu gruppieren und aufzustellen evtl. Nachschub zu erhalten.

Assad scheint kein Freund dieser Lösung zu sein, so dass er von russischer Seite an den Verhandlungstisch genötigt werden muss.

=> Fazit:

Es scheint im Moment, dass die USA und Europäer eine direkte Konfrontation über die Syrienfrage mit Russland vermeiden wollen. Etwas was auch nicht im Interesse Moskaus liegt, da sie mit so einer kleinen Streitmacht in Syrien nur bedingt kampffähig sind. (Nachschub, Reparatur, Belastung des Budgets)

Russland hat im Moment die Oberhand und ein Ziel: Erhalt Syriens in seinen Grenzen mit einer wie auch immer gearteten Regierung, die russlandfreundlich ist und die geopolitischen Spiele von USA, SA und Tükei ausbremst.

Allerdings schmollen die Türkei und Saudiarabien noch immer und werden evtl. indirekt von den Verbündeten zu Provokationen angestiftet. Denn was sollen saudische Kampfflugzeuge auf Incirlik bewirken ankommend um den 25.2.16 rum? Was die Massierung von türkischen Bodentruppen an der syrischen Grenze? Kann die USA eine „Niederlage“ in der russischen Syrien-Politik verkraften oder wird sie alles unternehmen, um den Russen ein „zweites Afghanistan“ zu bereiten.

 

 

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